Skoda Karoq 1.5 TSI Test & Fahrbericht

Mit dem Skoda Karoq kommt 2017 der Nachfolger des seit 8 Jahren gebauten Skoda Yeti auf den Markt. So vervollständigt der Tscheche mit seinen beiden Schwesternautos, dem Seat Ateca und dem VW T-Roc, die aktuelle Produktpalette des VW-Konzerns im Bereich der Kompakt-SUVs.

Motor

Unser Testwagen ist mit dem 1.5 TSI, einem turboaufgeladenen 1.5l 4-Zylinder Benziner mit 150ps und 250Nm Drehmoment ausgestattet, der schon bei niedrigen Drehzahlen durch sein Drehmoment punkten kann. Alles in allem handelt es sich um ein Aggregat, das seinen Dienst ruhig und unauffällig verrichtet.

Lediglich beim Kaltstart mit anschließender aktiver Zusatzlufteinblasung zum schnellen Aufheizen der Katalysatoren meldet sich der Motor mit einem etwas lauteren Motorlauf. Durch die lange (Sprit sparende) Übersetzung des Getriebes verlässt man im Alltag nur selten den unteren Drehzahlbereich. Dadurch lässt sich der Verbrauch reduzieren, was jedoch teilweise auf Kosten des Ansprechverhaltens geht.

Der Vorteil macht sich jedoch im Alltags-/Mischbetrieb bemerkbar, wo bei uns ein Verbrauch von durchaus akzeptablen 6,8l zustande kam.

Getriebe

An dieser Stelle sei anzumerken, dass sich die Aussage der niedrigen Drehzahlen auf die Schaltcharakteristik des 7-Gang DSG bezieht. Beim manuellen Getriebe trifft dies natürlich nur bedingt zu (eine lange Übersetzung ist auch hier gegeben, die Schaltpunkte bestimmt der Fahrer ja dennoch selbst).

Allerdings kann man natürlich auch beim DSG zu jeder Zeit über Schaltpaddels am Lenkrad selbst in das Geschehen eingreifen oder die Schaltcharakteristik durch verschiedene Fahrmodi ändern.

Sehr sinnvoll bei der Automatik ist das „Segeln“. Hierbei kuppelt das Getriebe aus und lässt das Auto im Leerlauf rollen, sobald man komplett vom Gaspedal geht. So kann man in der Stadt auch spritsparend von Ampel zu Ampel rollen oder auf der Autobahn längere Strecken „segeln“.

Die Schaltvorgänge sind im Allgemeinen sehr schnell, Zugkraftunterbrechungsfrei und unauffällig – genau so soll es sein!

Einziger Wermutstropfen des DSG-Getriebes sind die in manchen Situationen (anfahren oder rückwärts einparken am Berg etc.) etwas ruppigen oder merklichen Einkuppelvorgänge. Dies ist aktuell Stand der Technik und wie erwähnt auf Ausnahmefälle beschränkt. Vielen Fahrern fällt das möglicherweise gar nicht auf, andere stören sich vielleicht daran – deshalb ist es uns an dieser Stelle eine Erwähnung wert.

Armaturen inklusive Multifunktionslenkrad


Fahrverhalten/Lenkung/Fahrwerk

Sowohl in der Stadt, als auch über Land und auf der Autobahn macht das Fahrwerk des Skoda Karoq eine sehr gute Figur. Wir sind sogar der Meinung, dass es eines der besten Fahrwerke ist, dass wir in dieser Fahrzeugklasse bisher gefahren sind. Es filtert nicht nur sehr effektiv Unebenheiten und harte Stöße heraus, sondern verhindert auch ein unangenehmes Hoppeln bei Bodenwellen oder Aufschwimmen auf der Autobahn. So bleibt der Karoq auch bei höheren Geschwindigkeiten stabil und vermittelt nie ein Gefühl von Unsicherheit.

In Kurven wankt das Auto etwas, was auf das weich und komfortabel abgestimmte Fahrwerk zurückzuführen ist. Die Seitenneigung bleibt dabei aber stets in einem angenehmen Rahmen.

Gleiches gilt für die elektrisch unterstützte Lenkung, die unauffällig ihre Arbeit verrichtet und recht leichtgängig abgestimmt ist.

Alles in allem lässt sich der Skoda durch die gute Übersichtlichkeit und hohe Sitzposition überall bequem bewegen, dank der recht kompakten Maße ist er so auch perfekt für die Stadt geeignet.

Rücksitzbank mit ausreichendem Platzangebot

Blick in das „Cockpit“ des Skoda Karoq

Assistenzsysteme

Unser Testwagen war mit allen erhältlichen Assistenzsystemen ausgestattet. Besonders sinnvoll (weil unter anderem sicherheitsrelevant) sind hier unserer Meinung nach der Totwinkelwarner, der Notbremsassistent (Serienausstattung), der Abstandsregeltempomat und der aktive Spurhalteassistent zu nennen, der uns besonders positiv aufgefallen ist. Auf der Autobahn regelt das System so angenehm und konsistent, ohne innerhalb der Spur von Fahrbahnmarkierung zu Fahrbahnmarkierung zu schlingern. Hierdurch ist man mit aktiviertem Abstandsregeltempomat annähernd teilautonom und entspannt unterwegs.

Exterieur

Schon auf den ersten Blick ist der Karoq als Mitglied der Skoda-Modellfamilie zu erkennen. Die klassische, markant gezeichnete Skoda-Front passt sich perfekt in das kantige und geradlinige Design des Fahrzeugs ein. Die Designlinie wird auch konsequent in Heck und Rückleuchten weitergeführt. In Verbindung mit den häufig knalligen, bunten Farben kommen die Sicken und Kanten super zur Geltung, was ein dynamisches und junges Aussehen erzeugt. LED-Scheinwerfer mit Tagfahrlicht und Heckleuchten setzten markante Akzente und die Scheinwerfer bieten auch in der Nacht eine perfekte Ausleuchtung der Fahrbahn.

Dominante Linienführung


Interieur & Infotainment

Das Interieur macht schon im ersten Moment einen sehr hochwertigen Eindruck. Hartplastik wurde fast komplett aus dem Karoq verbannt, stattdessen findet man optisch und haptisch ansprechende Materialien. Hier und auch beim Infotainment-System profitiert Skoda von der allgemein guten Qualität im VW-Konzern. Der neue rahmenlose Touchscreen-Bildschirm mit Gestensteuerung funktioniert flüssig und reagiert unmittelbar. Ob Mobiltelefon koppeln oder (Online-)Navigation benutzen, alles ist intuitiv zu erreichen und auf der Höhe der Zeit.

Die Sitze sind nicht nur bequem, sondern sehen auch wirklich super aus und die Kunstleder/Alcantara Kombination sitzt sich auch bei hohen Außentemperaturen noch angenehm.

Auf den hinteren Plätzen hat man für die Fahrzeugklasse überdurchschnittlich viel Platz. Sowohl Bein- als auch Kopffreiheit sollten bei normalgroßen Mitfahrern absolut ausreichend dimensioniert sein.

In Verbindung mit dem großen Kofferraum steht dem Familienurlaub nichts mehr im Wege!

Alcantara/Teilledersitze

Fazit

Abschließend lässt sich sagen, dass es der Skoda Karoq schafft in seiner schnell wachsenden Fahrzeugklasse Akzente zu setzten – Sowohl durch das frische Design, als auch durch sein gutes Preis-Leistung-Verhältnis. Mehr Raum wird man bei kompakten SUVs nur schwer bekommen, Komfort und Qualität sind auf einem sehr hohen Niveau.

Für (junge) Familien ist der Skoda Karoq das perfekte Fahrzeug, um in einem angemessenen Preisrahmen bequem und komfortabel den Alltag zu bestreiten, ohne beim Platz einen Kompromiss eingehen zu müssen.

 

Unseren ausführlichen (Video-)Test findet ihr unter: https://youtu.be/KTRguAdju1Y

 

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