Hyundai i30N Performance Review & Fahrbericht

Mit dem Hyundai i30N wagt sich ein weiterer Hersteller in die Golf GTI-Klasse vor.
Wer hier bestehen will muss viel Fingerspitzengefühl beweisen, um ein – sowohl technisch als auch optisch – konkurrenzfähiges Fahrzeug auf die Beine zu stellen.

Und Hyundai hat definitiv seine Hausaufgaben gemacht in Bezug auf Fahrdynamik und Handling!

Vielen Dank an dieser Stelle an das Autohaus Ivancan in Mannheim, die uns den Testwagen freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben!

Frontansicht mit großem (Diamant-)Kühlergrill

Motor & Sound

Angetrieben wird der i30N (genau wie der von uns getestete i30N Performance) von einem vorne quer eingebauten 4-Zylinder Turbomotor mit 2l Hubraum, der die vordere Achse antreibt. Dieser leistet im Hyundai i30N Performance 275ps, 25 ps mehr als im „normalen“ i30N.

Der Motor hat eine ausgeprägte Turbo-Charakteristik mit kräftig einsetzendem Druck um 3000upm. Ab den Drehzahlen spricht er sehr direkt an und lässt auch vom Sound kaum Wünsche offen.

Zusätzlich zur erwähnten Mehrleistung ist die Performance-Version ab Werk mit einer Klappenanlage ausgestattet, die klanglich definitiv nicht enttäuscht!
Man muss sich eher fragen, wie man es bei Hyundai geschafft hat, die 109db (im Schein) eingetragen zu bekommen.

Je nach Fahrmodus reicht der Klang von rotzig-wild bis infernalisch laut mit einem Backfire, das Passanten an den Rand des Herzinfarkts bringt. Auch von innen im Auto setzt der i30N soundmäßig (und in der Lautstärke) Maßstäbe in seiner Klasse!

Getriebe

Das manuelle 6-Gang Getriebe ist vom Fahrer über den kurzen, mit Aluminium und gelochtem Leder veredelten Schaltknauf zu bedienen. Dieser liegt nicht nur durch Form und Materialien angenehm in der Hand, sondern ermöglicht auch sehr präzise und zügige Gangwechsel über kurze Schaltwege. Dabei fühlt der Fahrer sehr schöne Druckpunkte beim Einlegen der Gänge.

Besonders Spaß macht es an Kurvigen Strecken die im N-Modus aktivierte Zwischengas (Rev-Matching) Funktion beim Runterschalten zu nutzen. Die Ganganschlüsse klappen so perfekt und ohne Lastwechsel, immer untermalt vom Sound beim Zwischengas geben.

6-Gang Schalthebel

Fahrverhalten/Lenkung & Fahrwerk

Das erste, was uns beim Einsteigen positiv ins Auge gefallen ist, war das Lenkrad mit dem schön konturierten Lenkradkranz und gelochtem Leder an den Außenflächen. In der Hand liegt es super, durch die Löcher sogar angenehmer als ein vergleichbares Glattlederlenkrad.

Kaum auf der Straße, merkt man selbst im komfortabelsten Setting die sportlichen Ambitionen des Hyundai i30N Performance.
Über den zentralen Touchscreen lassen sich im „Custom“-Setting die verschiedenen Einstellmöglichkeiten beliebig variieren. So kann man z.B. Eine geschlossene Klappenanlage mit schwerkängiger Lenkung und härtester Fahrwerkseinstellung bei ECO-Motorsteuerung fahren (oder beliebiges anderes Settings, das hier gilt nur als Beispiel der Kombinationsmöglichkeiten).

Innenraum mit sehr schönem Multifunktionslenkrad

Allerdings bleibt auch bei komfortabelsten Einstellungen immer eine Sportlichkeit, die dem i30N für Einige sicher als Alltagswagen ausscheiden lässt.

Wobei wir der Meinung sind, dass bei der anvisierten Zielgruppe genau diese Grundsportlichkeit als Kaufargument gilt.

Je sportlicher der Modus, desto mehr Gewicht bekommt die Lenkung, reagiert direkt und gibt für eine elektrisch unterstützte Lenkung gutes Feedback. Gleiches gilt für das adaptive Fahrwerk, das zwar auf schlechten Strecken mit eventuellen Mitfahrern auf den Rücksitzen im N-Modus für Rückenschmerzen sorgen kann, dafür aber (es ist ja nunmal die sportlichste Einstellmöglichkeit) eine super Straßenlage vermittelt.

Wankneigung ist nicht wahrnehmbar, die Pirelli P Zero Reifen auf den optisch sehr ansprechenden 19 Zoll Felgen greifen bei warmen Temperaturen und trockener Fahrbahn super! Die Gummimischung der Reifen ist von Pirelli und Hyundai zusammen für den i30N entwickelt worden und macht hier eine gute Figur.

Einziger Wermutstropfen beim starken Beschleunigen in niedrigen Gängen sind Traktionsprobleme an der Vorderachse, die das Auto vorne für einen Moment etwas instabil werden lassen. Das ist nicht zuletzt den im N-Modus nur noch im Notfall einsetzenden elektronischen Helferlein zu verdanken (und auch gut so).

Die beim i30N Performance serienmäßige Performance-Bremsanlage mit größeren Scheiben (345mm vorne) greift bissig zu und vermittelt einen sehr soliden, kräftigen Eindruck.

Grundsätzlich gilt für die gesamte Technik des Hyundai i30N : Alle Komponenten sind Rallye- und Motorsport erprobt und sollten auch bei Trackeinsatz haltbar sein.

Exterieur

Von außen macht der Hyundai i30N besonders in hellen Farbtönen viel her. Die dunklen Scheiben und Akzente (wie z.B. der Heckspoiler) in schwarz, gepaart mit dem kräftigen Rot der Rückleuchten und Zierelemente, harmoniert hier perfekt. Gleiches gilt für die 19 Zoll-Felgen, die ausgesprochen gut an dem Fahrzeug wirken!

Beide Auspuffrohre links und rechts fügen sich flüssig in den Heckbereich ein und unterstreichen den kraftvollen Auftritt.
Alles in allem ein sehr stimmiges und kraftvolles, nicht übertrieben extrovertiertes Design. Sehr schönes Paket!

Heckansicht

Interieur

Der Innenraum besticht durch einen sportlichen Mix verschiedener Materialien wie gelochtem Leder an Lenkrad und Schaltknauf, Aluminiumelementen und einer Alcantara-Teilleder-Kombi an den Sitzen. Um gleich bei den Sitzen zu bleiben:

Die Sitzmittelbahn in Alcantara bleibt auch im Sommer angenehm und wirkt rutschhemmend, während die mit Kunstleder bezogenen Sitzflanken an Sitzfläche und Rückenlehne einen sehr guten Seitenhalt vermitteln – auch in schnell gefahrenen Kurven.

Für die perfekte Beinposition kann man die Sitze durch eine manuell ausziehbare Beinauflage nach vorne verlängern.
Sehr schön passen auch die N-Einsteigsleisten und Aluminium-Pedale in das sportliche Ambiente.

Sportsitze mit gutem Seitenhalt

Fazit Hyundai i30N Performance

Hyundai ist mit dem i30N (Performance) ein großer Wurf gelungen, dem eine erfolgreiche Zukunft in seiner von bekannten Größen dominierten Klasse bevorsteht.
Man bekommt für ca. 33.000€ motorsporterprobte Technik gepaart mit einem unglaublichen Sound und einer stimmigen Optik.

Das manuelle Getriebe trägt einen erheblichen Teil zum Fahrspaß bei, was gerade in Verbindung mit dem Rev-Matching eine perfekte Kombination für kurvige Strecken ist.
Die Spreizung mit allen Komfortfeatures und gleichzeitig extremer Sportlichkeit ist super, geht allerdings insgesamt definitiv in Richtung „sportlich“.

Als einziger Kritikpunkt könnte hier vielleicht das selbst in der zivilsten Einstellung doch sehr straffe Fahrwerk oder der auch mit geschlossener Klappe noch prägnante Sound genannt werden.

Was für den einen hier ein Kritikpunkt ist, ist für den anderen dafür ein umso größeres Kaufargument. Die Entscheidung liegt letztendlich bei jedem persönlich!

Wie würdet ihr euch entscheiden?

Unser ausführliches Video Review findet ihr unter: https://youtu.be/s9XSaxg-qtw

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