VW T6 Multivan Testbericht/ Review

 

    Heute haben wir einen VW T6 Multivan, also einen echten Allrounder für Euch. Er ist schon seit vielen, vielen Jahren als Lifestyle-Bus weltweit geschätzt wie kein anderer. Es ist wahrscheinlich der einzige Bus der eine riesige Fangemeinde angesammelt hat:

Der VW-Bus, liebevoll „Bulli“ genannt. In unserem Fall in Form des jüngsten Sprosses, dem VW T6.

Unser Testwagen ist ein VW T6 Multivan mit Generation-Six Paket. Er ist ausgestattet mit einer Handschaltung, zwei Schiebetüren, dem größten Motor (2.0l TDI mit 204 Diesel-Ps) und auch sonst einer sehr guten Ausstattung, die keine Wünsche offen lässt.

Fahrverhalten & Motor

Der VW-Bus fährt sich fast wie ein handlicher PKW ohne den Fahrer besonders auf seine Größe aufmerksam zu machen. Unser VW T6 hat das adaptive Fahrwerk (bzw. die adaptive Dämpferverstellung), die ein breites Einsatzgebiet abdeckt ohne dabei in ein Extrem abzurutschen.

Man hat weder im Komfort-Modus das Gefühl bei Seegang in einem Boot auf dem Meer unterwegs zu sein, noch klappern einem die Zähne bei der härtesten Dämpfungseinstellung. Stattdessen werden selbst auf „Sport“ allzu harte Schläge angenehm gedämpft, bei erstaunlich direktem Fahrverhalten und geringer Wankneigung in Kurven.

Von Zeit zu Zeit muss man sich schon wundern wie leichtfüßig der „Koloss“ durch die Kurven geht. Für lange Strecken ist die Komfort-Einstellung perfekt um entspannt, wie in einer großen Limousine am Ziel anzukommen – noch dazu mit dem Gepäck für zwei oder mehr Wochen Urlaub im Auto!

Der Motor selbst hat den typischen Turbo-Charakter eines relativ kleinen, aufgeladenen Motors. Man muss je nach Drehzahl recht lange warten bis genug Ladedruck aufgebaut ist, um richtig beschleunigen zu können. Wenn allerdings erst einmal genug Druck aufgebaut ist, zieht der 2.0l Motor kräftig durch.

Laut VW sind die T6-Motoren wieder auf eine überdurchschnittlich hohe Lebensdauer ausgelegt, was schon immer ein wichtiges Kaufargument war.

Getriebe

Unser VW T6 ist mit dem 6-Gang Schaltgetriebe ausgestattet.

Hauptgrund hierfür ist die höhere maximale Anhängelast im Vergleich zur Automatik (7-Gang Doppelkupplungsgetriebe).

Die Gänge selbst lassen sich immer sauber und präzise einlegen, hier kann man wenig Kritik finden.

Ein grundsätzliches Problem stellt allerdings die Motor-Getriebe-Kombination dar, da die Gänge sehr weit gespreizt sind.

So fällt oft beim normalen Schalten die Drehzahl im nächst höheren Gang drastisch ab.

Hierdurch kommt man wieder in den Bereich, in dem die Turbos keine Drehzahl anliegen haben und dementsprechend nicht viel passiert bis wieder Ladedruck aufgebaut ist.

Negativ fällt das besonders im Stau bzw. Stop-and-Go-Verkehr auf, stört ansonsten im Alltag aber meist nicht weiter. Gleiches Turbo-Problem hat man beim Anfahren. Auch hier muss man entweder die Kupplung etwas länger schleifen lassen oder mit höherer Drehzahl anfahren, damit der Motor nicht abstirbt.

Aber auch daran gewöhnt man sich mit der Zeit. Ist man erst einmal in Fahrt, kann man sich am Durchzug des Motors erfreuen.

Innenraum des VW T6 Multivan

Der Innenraum des VW T6 Multivan ist qualitativ wieder ein Stück besser als beim Vorgänger (T5) geworden. Softlack der schon nach wenigen Jahren angefangen hat abzublättern oder sich aufzulösen, gehört jetzt der Vergangenheit an.

Unser Testwagen hat eine umfangreiche Ausstattung, die unter anderem Teilleder-Sitze mit Alcantara Sitzmittelbahn, das große Touchscreen-Multimediasystem, Wärme- und Schallschutzglas rundum, 2 Schiebetüren und einiges mehr umfasst.

Das Multimediasystem funktioniert intuitiv, schnell und reagiert sowohl auf Gesten, als auch auf Sprachbefehle.

 

Das Armaturenbrett ist in unserem Fall mit schwarzen Klavierlack-Applikationen versehen, die einen hochwertigen Eindruck machen, aber sehr empfindlich für Staub und Fingerabdrücke sind.

Für die hinteren Mitfahrer gibt es im Fond zusätzliche Lautsprecher und ein zweites Klima-Bediendisplay im Dachhimmel.

Außerdem kann eine Sprachunterstützung aktivieren, die die Stimme des Fahrers über das Mikro der Freisprecheinrichtung aufnimmt und über die Lautsprecher nach hinten weiterleitet (ist mit dem Schallschutzglas aber nicht nötig, da es im Innenraum angenehm leise ist).

Die Sitze sind, wie immer, einzeln drehbar und die Sitzbank lässt sich theoretisch in ein Bett umbauen, sollte man einmal lieber mit Dach über dem Kopf als unter einer Zeltplane schlafen wollen.

Ein praktisches Feature ist auch die Softclose-Funktion der Schiebetüren. Wer die Türen kennt, weiß, dass viele Leute am Anfang mehrere Versuche brauchen um die Schiebetüren zu schließen.

Mit der Zuziehhilfe ist es jetzt ganz einfach: Die Tür nur leicht zuziehen, bis sie vorne Kontakt hat, den Rest erledigt sie von selbst.

Assistenzsysteme

Wie mittlerweile bei aktuellen Autos zu erwarten, kann auch der VW T6 mit einigen hilfreichen und nützlichen Assistenzsystemen aufwarten. Leider ist der Großteil aufpreispflichtig, was die Systeme aber nicht weniger (sicherheits-)relevant macht.

Serie ist der Notbremsassistent, der bei plötzlich auftauchenden Hindernissen selbstständig eine Vollbremsung macht. Das funktioniert wirklich gut und hat uns schon mehrmals gute Dienste erwiesen. Das System reagiert deutlich schneller als es der Fahrer tun würde.

Nützlich ist außerdem die ACC – active cruise control, zu Deutsch: Der Abstandsregeltempomat. So lässt es sich entspannt auf der Autobahn dahingleiten, denn das Auto hält den Abstand zum Vordermann selbstständig ein. In Verbindung mit einem Automatikgetriebe braucht man nicht einmal selbst die Gänge wechseln, sondern kann alles das Auto machen lassen.

Was das ACC-System allerdings gar nicht mag ist, wenn ein anderer Wagen sich plötzlich knapp vor dem VW T6 setzt und innerhalb des Abstands ist, den man vorher eingestellt hat. Das System bremst dann so weit runter, bis der Abstand wieder hergestellt ist.

In so einem Fall muss man mit dem Fuß nur leicht aufs Gaspedal gehen und „überstimmt“ so den Computer, damit das Auto nicht erst abbremsen und dann wieder beschleunigen muss.

Zusätzlich sind bei uns ein Seitenwind- und ein Totwinkelassistent an Bord. Auf den Seitenwind-Helfer kann man möglicherweise verzichten, der Totwinkelassistent ist jedoch sehr praktisch und fast unter sicherheitsrelevanten Features einzuordnen. Sehr nützlich!

Licht & Optik

Vom T5 auf den T6 war es designmäßig kein riesiger Schritt. Aber, man kann sagen, alles was verändert wurde, macht das Auto sehr modern. Insgesamt wurde die Linienführung kantiger und sportlicher. Die Designlinie wird besonders an der Front deutlich.

Die neuen (aufpreispflichtigen) LED-Scheinwerfer leuchten die Straße super aus und sind nicht mit Xenon-, geschweige denn Halogenlampen zu vergleichen. Ein Unterschied wie Tag und Nacht!

 

Das Tagfahrlicht ist kantig geschnitten und trägt ebenfalls zum modernen Look des Busses bei. Ebenfalls mit an Bord ist ein Fernlichtassistent, der automatisch abblendet wenn ein Fahrzeug entgegenkommt und bei freier Bahn selbstständig wieder auf Fernlicht wechselt.

Rückleuchten und neues Design der Heckklappe überzeugen auch auf ganzer Linie. Ein sehr stimmiges, sportliches, aber dennoch (wie schon immer) freundliches Auftreten, welches man bei der Konkurrenz vergeblich sucht! 

Fazit

Der VW-Bus bleibt auch in der 6. Generation Kult. Er hat keine der Tugenden verloren, die seine zahlreichen Fans lieben gelernt haben und schafft mit dem neuen Modell den Sprung auf die Höhe der Zeit. Wer ein flexibles, komfortables, sozialverträgliches und zuverlässiges Auto mit viel Platz sucht, kommt am VW T6 nicht vorbei!

Unseren Video-Testbericht findet Ihr unter: Video Review

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