Mercedes G 240 Review und Fahrbericht

 

 

Dieses Wochenende haben wir uns mit einem etwas anderen Auto befasst: einer Mercedes Benz G-Klasse 240 GD, einem Ex-Militärfahrzeug der dänischen Armee. Euch ist das Auto vielleicht unter dem Namen „Wolf“ bekannt.

Da der Mercedes G ein Fahrzeug aus dem Jahre 1992 ist und kein Neufahrzeug, handelt es sich heute um kein klassisches (Neuwagen-)Review, sondern eher einen Fahrbericht mit zusätzlichen Infos und Eindrücken vom Auto.

Fahrverhalten & Motor des Mercedes G

Ausgestattet mit einem 75PS 4-Zylinder Diesel Motor ist unsere Mercedes G-Klasse nicht gerade übermotorisiert. Der Motor hat allerdings ein sehr gutes und vertrauenserweckendes Laufverhalten.

Das Vertrauen kommt nicht zuletzt durch seinen möglichst einfachen und robusten Aufbau ohne Turbolader und das Fehlen „unnötiger“ Anbauteile oder Elektrik (von Elektronik braucht man sowieso gar nicht zu sprechen). Kurzum: Der Motor ist nahezu unkaputtbar!

Der „Wolf“ ist einfach kein Auto wie man es jeden Tag sieht und fährt

Angefangen beim sehr interessanten Fahrverhalten – welches eher an einen Traktor erinnert als an einen PKW – in Verbindung mit der Sitzposition, die gefühlt noch höher liegt als in modernen SUVs, wird einem einiges geboten.

Besonders muss man hier erwähnen, dass es quasi kein Auto gibt,         mit dem man so offen fahren kann (bzw. darf) wie mit dem G.

Auf der Straße erreicht man eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 110 km/h – keine Sorge, es fühlt sich bei weitem schneller an!

Häufig kommt es vor, dass man sich nur wundern kann warum die hinteren Autos so nah auffahren…Bis man dann beim Blick auf den Tacho feststellt, dass man doch etwas langsamer unterwegs ist als gedacht.

Aber für die Straße ist ein Militärfahrzeug wie der Mercedes G,                  ja sowieso nicht unbedingt gedacht.

Im Gelände schlägt sich der 75PS Motor sehr gut und zeigt, was sich mit wenig Leistung, aber viel Drehmoment alles bewältigen lässt. Nicht zuletzt ist das Auto genau dafür gebaut: Nämlich für langsames und kraftvolles Fahren im Gelände.

Interessant ist das Verhalten des Autos bei Fahrten auf längeren Geraden. Durch die Geländebereifung in Verbindung mit einer etwas indirekten Lenkung, ist es gar nicht so leicht den Geländewagen gerade zu halten, ohne Schlangenlinien zu fahren.

Trotz – oder gerade wegen – all seinen Eigenheiten macht es unglaublich viel Spaß den G bei Sonnenschein (auch auf asphaltierten Straßen) zu bewegen!

Getriebe

Das 4-Gang Schaltgetriebe lässt sich teilweise etwas schwergängig schalten, man gewöhnt sich aber schnell daran. Schwierig ist es am Anfang den Moment herauszufinden, in dem man in den nächst höheren Gang schalten sollte.

Da der G keinen Drehzahlmesser besitzt, muss man sich deshalb komplett auf sein Gehör und Gefühl verlassen. Dabei ist eigentlich die größte Schwierigkeit nicht zu früh hochzuschalten, damit im nächst höheren Gang die Kraft noch ausreicht um weiter zu beschleunigen.

Zur hervorragenden Geländegängigkeit tragen sowohl der jederzeit zuschaltbare Allradantrieb als auch die zwei Differenzialsperren bei, die über kleine Hebel hinter dem Schaltknauf ebenfalls während der Fahrt eingelegt werden können.

Innenraum

 

Wenn man im Militär-Mercedes G auf die Suche nach Komfort-Features gehen will, wird man nicht viel finden. Das einzige, was man (wenn überhaupt) im Innenraum zur Komfortausstattung zählen könnte, wäre die Heizung.

Diese schafft immerhin im Winter bei kühlen Temperaturen etwas angenehmere klimatische Bedingungen im Innenraum unter der Verdeckplane.

Ansonsten überzeugt das Interieur durch praktische Einfachheit. In Sitzen und Fahrzeugboden sind Löcher bzw. Stöpsel eingelassen, um das Abfließen von Wasser aus dem Innenraum zu gewährleisten.

Desweiteren fehlen sogar Automatikgurte an den Vordersitzen. Stattdessen sind diese starr in der Karosserie verschraubt und müssen bei jeder Fahrt auf den Körperumfang der jeweiligen Mitfahrer eingestellt werden, was teilweise etwas umständlich sein kann.

Unser Testwagen verfügt über 4 Einzelsitze, welche aus Ermangelung einer dritten und vierten Tür entweder über Fahrer-/Beifahrersitz oder über den „Kofferraum“ erklettert werden müssen.

An dieser Stelle muss man erwähnen, dass der Kofferraum kein wirklicher Kofferraum im klassischen Sinne ist, sondern die Rücksitze quasi im „Kofferraum“ oder auf der Ladepritsche angebracht sind.

Durch das fehlende Dach wirkt es so, als würden die hinteren Sitze komplett frei und erhöht im hinteren Teil des Wagens stehen. Dementsprechend frei fühlt man sich auch auf den hinteren Plätzen 😉

Die beiden Rücksitze haben interessanterweise den Komfort von Automatik(-becken )gurten.

Cabriodach 

Die Mercedes G-Klasse ist kein normales Cabriolet.

Dadurch, dass man die komplette „Verstrebung“ des Dachs abnehmen kann, hat man ein viel offeneres Fahrerlebnis als in anderen Autos. Dazu tragen auch die fehlenden Türen ihren Teil bei,

da man sowohl nach oben, als auch zur Seite komplett frei sitzt. Interessanterweise sind überhaupt keine richtigen Türen für das Auto vorgesehen.

Original gibt es mit Plane bespannte, halbe Türen, die bei Regen immerhin die Füße vor Spritzwasser und Wind schützen.

Will man das Dach allerdings schließen sollte man mindestens zu zweit sein und etwas Zeit einplanen.

Die Plane lässt sich relativ schwer aufs Auto ziehen und es ist nicht ganz einfach für Ungeübte den richtigen „Platz“ zu finden.

Bei uns ist es deshalb so, dass der G-Benz nur einmal im Jahr, wenn es Richtung Sommer geht, aufgemacht wird und dann über den ganzen Sommer offen bleit.

Die Mühe vor jeder Fahrt mit der großen Verdeckplane zu hantieren, kann man so super umgehen.

Karosserie

Da unser Testwagen von der dänischen Armee stammt hat er einige Besonderheiten verglichen mit den zivilen- und selbst den Bundeswehr G-Modellen. Die dänische Armee ließ das Fahrzeug beispielsweise direkt ab Werk einige Zentimeter höherlegen (Schweller) um eine größere Wattiefe zu erreichen.

Hierdurch wirkt das komplette Auto um einiges höher als seine Kollegen der anderen Streitkräfte. Zusätzlich hat man auf dem Fahrerplatz sitzend eine noch bessere Übersicht. Dies kann gerade im Gelände von großem Vorteil sein.

Geländegängigkeit

Sind wir mal ehrlich – Genau hierfür wurde der Mercedes G („Wolf“) entwickelt. Noch heute stellt er die Referenz im Gelände dar.

Sobald man sich etwas von Straßen und asphaltierten Wegen entfernt, fühlt sich das Auto so richtig wohl. Angegeben ist der G mit einer Steigfähigkeit von 100% was einer Steigung von 45 Grad entspricht, die das Auto noch aus eigener Kraft(!) bewältigen kann.

Vergleicht man dies mit heutigen SUVs – und selbst vielen Geländewagen – geht der Mercedes G als klarer Gewinner hervor.

Das nur als Anhaltspunkt, wie leistungsfähig die Mercedes G-Klasse im Gelände ist.

Wir konnten solche Extremsituationen (in Ermangelung einer Offroad-Teststrecke) nicht testen – wahrscheinlich hätten wir aber auch weit vor den Grenzen des Autos schon die weiße Fahne geschwenkt und aufgegeben 😉

Fazit

Der Militär-G-Benz ist in vielen Dingen anders, als der Typ Auto dem man normalerweise im Straßenverkehr begegnet. Das mechanische, ungefilterte Fahrerlebnis und die Freiheit durch fehlendes Dach und Türen machen den Wagen zu etwas Außergewöhnlichem.

Scheinwerfer geschützt

Erstaunlicherweise gibt es wenige Autos, die so viel Sympathie und positive Aufmerksamkeit entgegengebracht bekommen, wie der „Wolf“.

Ob an der Tankstelle oder an der Ampel, man trifft immer super nette Menschen die einen auf den G ansprechen!

Wer also auf der Suche ist nach einem unproblematischen, coolen Oben-Ohne-Fahrzeug für den Sommer, das super entschleunigt und bei Bedarf auch mal hart im Gelände rangenommen werden kann, der kommt an der Referenz im Bereich der Geländewagen nicht vorbei: Diese ist seit vielen vielen Jahren die Mercedes G-Klasse (und als Ex-Militärfahrzeug mit dem gewissen „Etwas“ noch dazu).

Unser Video Review findet Ihr unter: https://www.youtube.com/watch?v=JlsJ7JJlWOs

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